Koalition der Schattenhaushalte
Was wurde nicht alles vor den Wahlen versprochen von Union und FDP -Steuersenkungen und es gab markige Sprüche von mehr Geld in der Geldbörse der Bürgerinnen und Bürger. Die SPD hatte schon während des Wahlkampfes deutlich gemacht, dass es keinen Spielraum für Steuersenkungen gibt.
In die Koalitionsverhandlungen platzten Meldungen von einen großen Steuerloch in den kommenden Jahren und alle taten überrascht – Obwohl der Union, als bisherige Koalitionspartner der SPD, und den FDP-Finanzpolitiker, die dem Haushaltsausschuss vorsitzen, die Zahlen bekannt waren. Aber anstatt Steuersenkungen zu verschieben, sucht man nach Tricks!
Die FDP hat ein Problem – Sie hat ein Wahlversprechen abgebenen, welches sie eigentlich nicht halten konnte – Nämlich Steuersenkungen! Also suchten beide Koalitionspartner nach Lösungen und zunächst kann man in der Union auf die Idee, die Steuersenkungen mit neuen Schulden zu realiseren.
Aber die FDP wollte zunächst nicht Steuersenkungen mit Krediten finanzieren, aber plötzlich wollten führende FDP-Politiker nicht mehr “Schulden-Steuersenkungen” ausschließen. Seit gestern wollen die
Koalitionäre Schattenpolitik betreiben, denn sie wollen Ausgaben und damit verbundene Kredite, wie z.B. Zuschläge für das Gesundheitssystem in einen Schattenhaushalt einstellen und würde damit nicht mehr über den normalen Bundeshaushalt abgerechnet. Nach derzeitigen Zahlen würde dieser Schattenhaushalt ein Volumen von 50 Milliarden Euro umfassen.
Durch den Trick mit den Sondervermögen, welche nicht ungewöhnlich und in Notfällen sogar sinvoll sind, werden Finanzmittel im Bundeshaushalt frei, über die man die Steuersenkungen finanzieren könnte. Aber bei den geplanten Steuersenkungen handelt es sich nicht um ein Notfall, die eine Auslagerung von Ausgaben aus der Finanzierung aus dem Bundeshaushalt rechtfertigen, sondern um reine Klientelgeschenke.
Mit der geplanten Schuldenbremse im Grundgesetz will die Große Koalition auch den Umgang mit den Sondervermögen nachhaltig regeln, denn diese Sondervermögensfonds birgen die Gefahr der Kreditbedarfsverschleierung und des Mißbrauchs.
Die neue Schuldenregel sieht vor, das die Verbindlichkeiten von Sondervermögen von 2011 an bei der Feststellung des Haushaltsdefizits mitgerechnet werden. Damals gingen den Liberalen, die geplanten Regelungen nicht weit genug und man forderte ein generelles Neuverschuldungverbot und mittlerweile zeigt sich dass diese Forderunge der Liberalen mehr als heuchlerisch waren:
Denn die Schuldenregelung gilt nur für neue Fonds und nicht für Alt-Fonds, deshalb wollen die Finanzexperten von Schwarz-Gelb die Zeit von 14 Monaten nutzen, um noch schnell einen Schattenhaushalt aufzustellen, der nicht den Regeln der Schuldenbremse unterliegt.
Es zeigt sich schon jetzt, dass mit den schwarz-gelben Finanztricksereien ein neues Kapitel der deutschen Schuldenpolitik, zu Lasten der kommenden Generationen, aufgemacht wird.
Ein Gastbeitrag von Jens Vogel.



Es gibt weder “Steuergeschenke” noch “schuldenfinanzierte Steuersenkungen”. Allein die Worte lassen jeden Sinn vermissen.
Es gibt sehr wohl schuldenfinanzierte Staatsausgaben und soziale Wohltaten.
Die Steuern sind Eigentum der Bürger, nicht des Staates.
Also wenn Steuersenkungen über Schulden finanziert werden sollen, d.h. für die Senkung der Abgabensätze (=Steuern) Schulden gemacht werden sollen, dann kann man von “schuldenfinanzierte Steuersenkungen” oder ” schuldenfinanzierte Abgabensenkungen” sprechen.
Mittlerweile darf man meine genannten 50 Mrd. Euro auf 60 Mrd Euro erhöhen, wenn man die Online-Ausgabe der FTD so liest….
Nein kann man eben nicht.
Es werden keine Schulden aufgenommen um Steuern zu senken, sondern um Ausgaben zu finanzieren.
Also werden schuldenfinanziert Ausgaben getätigt. Will man diese Schulden nicht, muss man die Ausgaben vermeiden. Darauf will die neue Koalition wohl leider verzichten.
Eine Steuersenkung ist kein “Geschenk” eines gönnerhaften Staates an seine Bürger.