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Das neue Kabinett Kohl

HK2

Personalfragen sind doch die spannendsten, oder? Vor der Wahl, nach der Wahl und um die Wahl herum. Zuallererst und am intensivsten wird über Köpfe gestritten.

Union und FDP hatten dem Bundesadlers ja bereits vor der Wahl die Federn gerupft und versucht sie zu verteilen. Warten wir mal ab, was nach den Koalitionsverhandlungen an Ressorts bleibt und wem diese zufallen. Um ehrlich zu sein: Ich hab keinen blassen Schimmer. Von Spekulationen hab ich nix. Die sind mir auch herzlichst egal, aber ich hab da so ein paar Bilder im Kopf.

Kanzler: Helmut Kohl

Klingt komisch, ist aber so. Angela Merkels vornehmste Eigenschaft kennt jeder Raucher. Sie steht auf den Heften einer bestimmten Blättchenmarke: Optimal Geschmacksneutral. Sie hat zwei zentrale Dinge von ihrem Ziehvater übernommen: Aussitzen und Draufsetzen.

Machen wir doch mal die Probe aufs Exempel:

Welches zentrale Projekt verbindet man mit Helmut Kohl? – Richtig, er ist Kanzler der Wiedervereinigung. Meint man.  Er hat also

  1. die DDR ausgesessen,
  2. sich auf die Oppositionsbewegung in der DDR draufgesetzt

und sonst?

Welches zentrale Projekt verbindet man mit Angela Merkel?

Elterngeld? – Hm. Konzept von Renate Schmidt, umgesetzt von Ursela von der Leyen, gegen die eigene Partei und unter Druck des Koalitionspartners.

Bewältigung der Finanzkrise? – Hm. Konzepte und Umsetzung von Peer Steinbrück, Olaf Scholz, Sigmar Gabriel.

Aber Klimaschutz? – Immerhin hat sie sich die Eisberge in Grönland angeschaut, aber sonst. Kernenergie zur “Brückentechnologie” erklärt?

Es hat mich schon in den 90ern gewundert und frustriert, dass mit Aussitzen und Draufsetzen Politik zu machen ist. Angela Merkel hat nun 4 Jahre Zeit ihr gewünschtes Bild in den Geschichtsbüchern zu malen. Ich befürchte, es wird dem von Helmut Kohl sehr ähnlich sehen.

Die Ministerien

Heute beginnen also die Koalitionsverhandlungen. Wer aus der Aufstellung der Verhandlungsführer eine eventuelle Ministerriege herausspekulieren möchte kann das gerne tun. Ich bastele mir mein Traumkabinett:

Guido Westerwelle (Außen)

Vizekanzler ist er ja qua Amt. Außenminister ist traditionell ein Job, der viele Sympathien einbringt. Westerwelle hat das Zeug dazu der erste Außenminister zu sein, der es anders macht.

Karl-Theodor von und zu Guttenberg (Wirtschaft und Finanzen und Entwicklungszusammenarbeit)

Wirtschaft kann er, Finanzen kann er. Das hat er bewiesen. Er senkte die Steuern seiner Familie, in dem er ein Anwesen kurzerhand nach Österreich umdeklarierte. Respekt. Soviel Kreativität brauchen wir in Deutschland. Guttenberg ist eigentlich jemand, der alle Ressorts übernehmen könnte und das vermutlich auch wollen würde, aber für die anderen muss ja auch noch was übrig bleiben.

Ronald Pofalla (Arbeit)

Das Ressort Arbeit ist nicht so wichtig, da kann man es schon mal ein einen getreuen Gefolgsmann verschenken und das Soziale streichen.

Klaus Zimmermann (Soziales und Gedöns)

Umverteilung, Transferleistungen, Almosen – all das hemmt die Leistungsträger der Gesellschaft. Aber irgendwie muss man das ja dann doch machen. Klaus Zimmermann hat sich mit der Forderung die Rentengarantie wieder abzuschaffen für diesen Posten qualifiziert.

Der e.ON AG Vorstand (Umwelt)

Wenn die umweltpolitische Strategie von SchwarzGelb eh in den Chefetagen der großen Energierkonzerne gemacht wird, könnt ein kompletter Vorstand eigentlich direkt das Umweltministerium übernehmen. Das wäre ehrlich.

Wolfgang Schäuble (Innen und Verteidigung)

Kontinuität und Sicherheit in diesen schwierigen Zeiten – dafür steht Wolfgang Schäuble. Alternativ könnte ich mir noch Ursula von der Leyen vorstellen, aber die brauchen wir an anderer Stelle. Und wenn man die Bundeswehr schon im Inneren einsetzt, kann er das gleich mit übernehmen.

??? (Bildung und Forschung)

War dieses ehemalige CDU-Ressort je besetzt?

Ursula von der Leyen (Gesundheit)

Immerhin ist sie Ärztin und im Familieressort hat sie ja nun alles erreicht. Inklusive Internetsperren. Gesundheit ist schlussendlich auch eine wichtige Baustelle.

Ich gebe zu, eigentlich habe ich für den Posten eher Prof. Dr. med. Jörg-Dietrich Hoppe vorgesehen, aber das wäre dann wohl doch zu auffällig. Das war der mit der Prioritätenliste. Der kann ja Staatsekretär werden.

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (Justiz)

Einfach nur der Spannung wegen: Das Duell Schäuble vs. Leutheusser-Schnarrenberger.

Joseph Alois Ratzinger (Kirche, Familie, Frauen, Senioren, Jugend und Sonstige)

Der steht nicht auf der Transferliste, ich weiß. Dennoch, das wäre der große Coup, der ultimative Spielerwechsel. Das große C würde wieder Geltung bekommen und sind wir mal ehrlich, das FamilienFrauenSeniorenJugendundSonstige-Bild endlich wieder Kontur.

Dieter Althaus (Verkehr, Aufbau Ost)

Der ist aus dem Osten und hat grad nix zu tun.

Michael Glos oder Günter Beckstein oder Markus Söder oder irgendeiner der anderen geschassten CSUler (Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz)

Versöhnen statt Spalten und hier kann man nicht viel verkehrt machen.

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17 Kommentare

  1. Hallo liebe Nordkurve,

    eure Meinung ist nicht nachvollziehbar…

    Wirklich nicht. Ihr habt die Wahl verloren. Akzeptiert es. Der negativ Wahlkampf hat nicht funktioniert. Ihr werdet nur solche Leute stärken die Extremistische Ansichten haben.

    Vor allem sollte es der demokratische Anstand gebieten dieses Projekt einzustellen. Man schaue nur nach Thüringen, was passieren kann….

    Gruß,
    Ben

  2. Ach Ben zum demokratischen Anstand gehört es auch, sich kritisch mit der Regierung auseinanderzusetzen und dafür ist auch dieses Projekt!

    Und das sind alles Fakten, die man den Bürgerinnen und Bürgern immer wieder vor Augen führen muss, damit Entscheidungen nachvollziehbar sind die von den Damen und Herren gefällt werden.

  3. Hm…

    Dafür gibt es seriösere Informationsseiten als so der Blog von zwei gescheiterten Wahlverlierern. ;-)

  4. @Ben noch schwerer nachzuvollziehen dürfte das hier sein: Das ist a.) nicht Nordkurve und b.) kein Wahlkampf.

  5. hr sd d Nrdkrv!

    hr hbt dn Whlkmpf fsst lln grssn!

    hn ch hätt d n 1 vrn gstndn!

    hr sd d Bstn Whlkämpfr llr Ztn!

    hr sd bssr w Schrödr nd Whnr zsmmn!

    hr wrdt d SPD nch vr brngn!

    hr wrdt s zr nn SD vrngn!

    hr sd whr Hldn!

    [Wo sind die ganzen Vokale hin?]
    Ben Wisch hat sich entschieden hier mit einer Troll-Maske aufzulaufen. Deshalb werden diese Kommentare auch so behandelt.
  6. Danke! Das geht runter wie Öl, wenn es aus der richtigen Ecke kommt.

  7. Öl?

    Ds st br bös!

    D rdrwärmng!

    Pf!

    [Wo sind die ganzen Vokale hin?]
    Ben Wisch hat sich entschieden hier mit einer Troll-Maske aufzulaufen. Deshalb werden diese Kommentare auch so behandelt.
  8. Muhahaha echter Trollalarm hier ;)

    Ahja und wie für alle CDU-Anhänger: Die Erde ist eine Scheibe und Frauen gehören an den Herd

  9. Nn!

    ns Schlfzmmr!

    [Wo sind die ganzen Vokale hin?]
    Ben Wisch hat sich entschieden hier mit einer Troll-Maske aufzulaufen. Deshalb werden diese Kommentare auch so behandelt.
  10. Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient hat!

    Jeder weiß, dass die Brüder nach der Wahl alles Andere machen, als sie vorher versprochen haben.
    Wie wäre es mal mit Einführung von Volksabstimmung?
    Wurde von CDU bisher immer erfolgreich blockiert. Die wissen ja, dann könnten wir, falls sie uns wieder belogen haben, sie sofort wieder abwählen.
    • Rückzug aus Afghanistan. Sollen die den Krieg bezahlen, die ihn gewollt haben. Kein Problem, aber ohne Volksabstimmung? Tod geboren.
    • Bestrafung und Enteignung der Verantwortlichen, welche unsere Steuern verschludern (Nachgewiesen lt. Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler jährlich 20 Mrd, nur die Spitze des Eisberges, real geschätzt 50 Mrd). Kein Problem, aber ohne Volksabstimmung? Tod geboren.
    • Einführung 30-Stunden-Woche.
    Damit hätten alle Arbeit. Kranken, -Rentenversicherung werden billiger, Arbeitslosenversicherung fällt ganz weg. Eingesparte Arbeitnehmer -und Arbeitgeberanteile mit in die Lohntüte. Dann geht es zwar erst mal allen für 2-3 Monate etwas schlechter, aber dann pendeln sich wieder vernünftige Löhne ein.
    Wir hatten in den letzten 300 Jahren 16,14,12,10 und 8-Stunden-Arbeitstage, die Zeit ist reif für 6 Stunden. Kein Problem, aber ohne Volksabstimmung? Tod geboren.
    • Haftbarmachung aller Beamten und Politiker für ihr Tun, Gehälter und Pensionen meinetwegen an den DAX koppeln, oder max. 10-facher Sozialhilfesatz.
    • Bestrafung und Enteignung aller an der bisherigen Staatsverschuldung schuldigen Politiker.
    • Steuerrecht eines anderen Landes übernehmen, da das deutsche Steuerrecht nicht reformierbar ist. Kein Problem, aber ohne Volksabstimmung? Tod geboren. Am besten das Steuerrecht eines Landes in welchem die Steuererklärung auf einen Bierdeckel passt. Kein Problem, aber ohne Volksabstimmung? Tod geboren.

  11. Freue mich schon auf die ersten Aufkleber : Wir haben sie nicht gewählt!
    Ach und übrigens, Rüttgers schmückt sich gerne mit dem Prädikat Johannes Rau, Ben Wisch würde sich nur wundern, dass einer aus der konservativen Ecke seinen Namen benutzt.
    Habt ihr eigentlich keine eigenen Idole, liebe Mitbewerber aus dem konservativen Lager?

  12. Ach, jetzt ist also das Risiko identifiziert?

    Nach 1-€ Jobs, Vorratsdatenspeicherung, Internetsperren “mit Bauchschmerzen”, Tagelöhnerförderung, Zwangsarbeit, “Wer nicht arbeitet soll auch nicht essen”, 0% + 2% = 3%…

    … hat sich der Wähler einfach für das Original anstatt für die schlechte Kopie entschieden.

    Ich empfehle http://de.wikipedia.org/wiki/Hotellings_Gesetz als Lektüre, Jungs.

  13. Ich danke stoppt-merkel.de für die Empfehlung dieser Seite hier! Am besten ihr deaktiviert schon mal dauerhaft die Kommentarfunktion ;-)

  14. Ich finde die Idee mit dem Blog ja wirklich gut.
    Aber eine Rubrik würde ich ernsthaft aufnehmen: Selbstkritik. Glaubwürdige Opposition nach einer Wahlniederlage kann es nur geben, wenn man selbst klarstellt, was man als eigenen Fehler erkennt und welche Konsequenzen man daraus ziehen will.
    Einfach nur der Regierung ans Bein pinkeln ist löblich und nötig, da gibt es genug zu kritisieren. Aber ohne Reflexion der eigenen Fehler bedeutet das alles gar nichts.

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